Image-Film Lesung zum Roman

Das Tor und ein Hauch von Lavendel. Abenteuerliche Reisen nach Mimigernaford.
Tor-Lavendel-Roman-Cover
Doktor Hauke Uhlenstein, Facharzt für Humangenetik, Outdoor begeistert und Kampfkunstexperte, meint mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen. Er ist ein versierter Wissenschaftler mit ausgesprochenem Realitätssinn. Sein Leben und seine Überzeugungssysteme werden heftig durcheinandergewirbelt, als er sich unversehens in einer fremden Welt wiederfindet und keine Ahnung hat, wie er dorthin gelangt ist. Während er noch rätselt, ob er träumt oder wach ist, wird er von einer Unbekannten angesprochen. Sie eröffnet ihm, dass er sich in einer Parallelwelt seiner Heimatstadt Münster befindet, in Mimigernaford, in die seine Zwillingsschwester direkt nach der Geburt entführt worden sein soll.

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Nachdem ich angefangen hatte, auch kleinere Geschichten und Betrachtungen zu schreiben, kamen mir auch einige Märchen in den Sinn. Eines dieser Märchen sollte das Thema haben: ein Mädchen mit der besonderen Gabe, mit den Wesen der Natur zu sprechen. Das war Elisabeth, Tochter eines Holzschnitzers, der mit seiner Familie in der Einsamkeit des Waldes an einem romantischen Platz wohnt. Eines Tages entdeckt Elisabeth, dass sie mit den unterschiedlichsten Elementen der Natur kommunizieren kann. Als Lehrerin und Vermittlerin dient ein wurzelähnliches Stück Holz, das sie an einer Quelle im Wald findet. Als eines Tages ihr jüngerer Bruder spurlos verschwindet, macht sich Elisabeth auf die Suche nach ihm, der Beginn einer jahrelangen Reise.

Was als einfaches und relativ kurzes Märchen angefangen hatte, wuchs sich zu einem ganzen Roman aus. Für mich war es eines der faszinierendsten Abenteuer zu erleben, wie solche Geschichten für mich entstehen. Am Anfang nur eine einfache Idee und ich habe noch keine Ahnung, wie es weitergeht. Dann beginne ich zu schreiben, und während ich schreibe, ergeben sich die Zusammenhänge wie von selbst. Dann komme ich an einen Punkt, wo ich nicht recht weiß, wie es weiter gehen soll. Vielleicht mache ich ein stichwortartiges Brainstorming über eventuelle Möglichkeiten, aber noch immer bleibt es ungewiss. Also wieder einfach beginnen, zu schreiben und schon fließt es wieder wie von selbst. Oft lande ich mit den Geschehnissen ganz wo anders, als ich anfangs gedacht hatte. Manchmal verändern sich die Protagonisten in eine völlig unerwartete neue Richtung.
Kybele ist vom Genre her nicht so einfach einzuordnen und ich liebe es so. Ein wenig Märchen, ganz viel Entwicklungsroman, ein nicht zu übersehender Wind (Hauch wäre zu wenig) an Spiritualität, ein Abenteuer mit vielen Gefahren, Liebe und Emotionen. – Letztlich eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst und der Wirklichkeit.
Wie schrieb mein erster Rezensent (Jörg Ehrnsberger) damals: „…auf der Verlagsbeilage stand außerdem noch „spannend“. Da aber dieser Begriff inflationär verwendet wird, hatte ich ihn überlesen. Das war unvorsichtig, denn das Buch war derart spannend und packend geschrieben, dass ich es für drei Tage kaum aus der Hand legen konnte.“

Kybele, Elmar Woelm (2016, 3. Aufl.), 344 Seiten, Epubli, Paperback 11,99 Euro
https://www.epubli.de/shop/buch/Kybele-Elmar-Woelm-Elmar-Woelm-9783935363082/59436

Auf meiner Literaturseite Bambusgarten gibt es übrigens auch ein Gästeforum. Dort können Gäste Gedichte oder "Kurzgeschichten" präsentieren. Wenn Sie daran Interesse haben, schicken Sie mir bitte eine eMail.
http://www.bambusgarten.com/gastautoren/gastautoren.php
On my internet site Bambusgarten we have a platform for guests to present their poems or stories. Please send me a mail if you are interested in being a guest their.
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And here another English poem of mine:
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Mother
Burning in the endless sky
see your laughing eyes.
Looking at this restless guy
friendly and so wise.
Burning in the sleepless night
touching soul so sober.
Ending all the senseless fight
turning it all over.
Burning in the fire
suffering and ease.
Filling hearts desire
mother, your release.

Ich habe ja bereits erzählt, wie ich begann Gedichte zu schreiben. Gedichte und Geschichten zu schreiben hat in meiner Familie durchaus eine gewisse Tradition. Mein Vater war Fotograf und Journalist und er schrieb im Laufe seines Lebens viele lyrische Gedichte und Geschichten. Auch sein Vater schrieb bereits gelegentlich Gedichte. Mein Großvater mütterlicherseits schrieb keine Gedichte, hat aber ein spannendes und interessantes Buch über seine Abenteuer beim Ballonfahren geschrieben. - Er war ein ganz wesentlicher Pionier der Ballonfahrt in Deutschland und erster Nicht-Offizier überhaupt, der in Deutschland eine Lizenz zum Ballonfahren bekam.

Da mein Vater bereits starb, als ich sechs Jahre alt war, konnte er nicht mehr unmittelbar Vorbild für mein Schreiben sein. Im Gegensatz zu seinen Fotografien, die viele Jahre Wohnung und Treppenhaus zierten und durchaus Stolz der Familie waren, habe ich viele Jahre nie ein Gedicht oder eine Geschichte von ihm zu sehen bekommen. Als ich im Jugendalter einmal danach fragte, bekam ich von meiner Mutter die Antwort: „Ach, Junge, das ist alles noch viel zu schwer für dich zu lesen.“ Und ich war wohl nicht pubertär/aufsässig genug, dass ich darauf bestanden hätte, es selbst herauszufinden. So geriet es mehr oder weniger in Vergessenheit und Jahr für Jahr verging. Ich war längst verheiratet und hatte eigene Kinder, als ich wieder einmal nachfragte, wo meine Mutter, denn eigentlich die Gedichte und Geschichten von unserem Papa aufbewahrte. „Oh, da muss ich mal in Ruhe nachsehen, die sind irgendwo in den vielen Kisten im Keller.“ Wieder vergingen Jahre, Jahre, in denen ich gelegentlich mal wieder nachfragte, aber immer die gleiche Antwort bekam … irgendwo im Keller.
Etwa 10 Jahre nach meinem ersten Gedicht war es dann so weit, dass ich mich mit dem Vertrösten nicht mehr zufrieden gab und mich selbst in den Keller aufmachte und zu stöbern begann. Schließlich brachte ich die ersten verstaubten Schätze zutage. „Da muss aber noch mehr sein,“ ließ mich meine Mutter wissen, nun selbst schon ganz aufgeregt. Und tatsächlich, es gab noch mehr. Ich fand hunderte von Gedichten und Geschichten.
Schließlich fuhr ich mit mehreren Kartons bepackt nach Hause und machte mich dort in Ruhe über meinen neuen Schatz her. Was ich entdeckte war eine völlig neue Art von Vater und eine tiefe Seelenverwandtschaft, von der ich bislang nichts geahnt hatte. Das war ein enormer Motivationsschub und in den kommenden Wochen schrieb ich plötzlich so viele Gedichte, wie sonst im ganzen Jahr nicht und begann mit ersten Kurzgeschichten, Betrachtungen und Anekdoten. Der Damm war gebrochen.

Ich hab ja schon mal verkasematuckelt, was damals so ambach war, als der Koten Jesus geboren wurde. Wo Jesus seine Alsche, Maria, mit ihrem Seeger Jupp in son Kabuff bei nem Chalo inne Bendine poofen musten, obwohl Maria doch pattisch war und all das Bambonum. Heute möchte ich mal davon rakawelen, wie der Koten hamel Jännikes später, als erwachsener Macker erst Mulo makeimt wurde und dann aber allen gezeigt hat, was fürn jovel muckerer Bachus er war.

In der Zeit feierten die Beisrols jedes Jahr ihr Pascha Fest in Jerusalem und alle schemmten dann da hin, um da eine tofte Fete zu makeimen. Weil es damals lau oser Wuddis oder tofte Leezen zum Peseln gab, und auch kein Zossen oder ein Kamel für Jesus ambach war, musste der Seeger sich was ausbaldowern. Er hatte auch lau Tuck zu teilachen. Also bewirchte er sich nen Magaratz. Mit dem peselte er dann über die Strelen bis er schließlich in Jerusalem ankam. Wie jeder der Zerche hat weiß, war Jesus ja kein Christ – lauoser toffelmönnisch noch evangelisch –, sondern auch ein Beisrol.
Viele Seeger und Ischen fanden das so hamel jovel, dass Jesus kam, dass sie ein toftes Trallafitti mit hamel Jontev veranstalteten. Viele meinten, er wäre der neue Obermacker der Keimken. Die Römer, die damals die Maschores in der Bendine waren, hatten More, dass Jesus ihnen alles vermasseln und sie tatsächlich vermackeln und aus der Zitie jagen könnte.
Einige Tage später, am Donnerstag, feierte Jesus dann mit seiner Mischpoke, den jovelsten Scheezen und Ischen, die Abend-Achile. Jesus hatte Zerche davon, dass einer von den Mackern, die da auf der Fete ambach waren, ihn für ne Patte voll Lobi an die Römer verscherbeln wollte, noch bevor der Baschlo kimmel mal schallern würde. Als er das den Seegers verkasematuckelte, wollte das lauoser einer glauben. Aber es geschah genauso wie Jesus es schmuste. Die Römer ließen ihn am Kreuz machullen, bis er mit viel Piene echt kapores war.
Viele von den Schabos und Schautern waren hamel traurig am flennen und plannigen, und einer von ihnen gab ihm sein eigenes Grab auf der Machullenwiese, eine Mulo-Kabache im Felsen mit nem hamelen Backmann davor.
Kimmel Tage später, an Ostersonntag, gab es ne hamel Randale, weil das Kabuff im Felsen leer war – lauoser Seeger mehr ambach. Jesus war verchibbra. Als wär’s Figine und Magente, tauchte auf einmal son Seger in weißem Kaftan, ein Engel, auf und schmuste, Jesus, der mulo Macker, wäre auferstanden und am leben. Aber keiner von den Seegern und Kalinen, die früher mit Jesus durch die Bendine geteilacht waren, wollte das glauben. Sie meinten, die Engel wären nur Nerblofreier gewesen. Erst als am Abend nen fremden Seeger genauso mit ihnen Abend-Achile makeimte wie Jesus das getan hatte, gingen ihnen die Röllekes auf und sie glaubten, dass es keine Figine war, sondern Jesus ömmes von den Mulo-Mackern auferstanden war.
Ja, und darum feiern die Christen bis heute Ostern. – Ömmes!

Euer Rakawele-Mänglowierer, Elmar

(Masematte ist ein Soziolekt aus einigen Vierteln der münster'schen Innenstadt, wie er bis zum Zweiten Weltkrieg von vielen Händlern, Hausierern, Kleingewerbetreibenden und Ähnlichen quasi als Geheimsprache gesprochen wurde. Teile des Masematte leben noch heute in der Umgangssprache der Münsteraner fort.)

In der Weihnachtszeit bin ich mit einem neuen Roman angefangen. - Endlich!

I am writing at my new novel! A thrilling play with realities in different worlds.

Die ersten 400 Seiten handschriftliches Manuskript stehen. Sehr produktiv war der Übersee von und nach Kalifornien vor einigen Wochen. Denn so kann man die Zeit des Fluges auch gut verbringen. Eine Flugbegleiterin wurde daraufhin sehr neugierig und fragte, ob ich etwa einen Roman schreiben würde. - Es hätte ja auch ein Reisetagebuch sein können, oder? Sie muss es irgendwie gerochen haben.
– Ja, Romane schreibe ich immer noch zunächst nach "Alter Väter Sitte", handschriftlich! Das hat zwar den Nachteil, dass ich später immer alles noch in den Computer eintippen muss, aber das ist dann auch gleich schon eine erste Überarbeitung und Korrektur.
Arbeitstitel: Das Tor oder wundersame Reisen nach Mimigernaford. Wieder einmal ein spannendes Spiel mit Welten und Realitäten. In diesem Roman: Osnabrück, Münster, Sibirien und eben - Mimigernaford. Wie ich es liebe (und die Verlage hassen): noch mehr Genre-Mix als in meinen anderen Büchern.

Vor 15 Jahren habe ich meinen ersten Roman, Kybele veröffentlicht. Und wie das alles mit dem Schreiben begann?
Es begann sozusagen lange vor der Veröffentlichung meines Debüt-Romans Kybele. Auch wenn meine Lehrer in der Schule oft wohl eher den Eindruck hatten, ich wäre, was das Schriftliche anbelangte, eher schwach auf der Brust, so würde ich heute sagen, es wurde mir in die Wiege gelegt. (Aber wie sehr wird Schule auch schon dem gerecht, was Menschen in die Wiege gelegt bekommen haben?) Mein erster Aufsatz über die Folgen des Rauchens von Kräuterstängeln fand immerhin die begeisterte Zustimmung meiner Schwester Ilka, die daraufhin, als damalige Redakteurin der Jugendzeitschrift der Turngemeinde Münster, die kleine Geschichte in der nächsten Ausgabe unterbrachte. Das war also sozusagen meine erste Veröffentlichung und muss irgendwann Ende der 60er gewesen sein. Dann kam Jahrelang nichts. Außer all den Ergüssen zu den unterschiedlichsten Themen, die das Gymnasium halt von mir verlangte; meistens fühlte ich mich zu sehr in die Schablonen gepresst, was meine Kreativität jedes Mal ganz spontan von einhundert auf null sinken ließ.
Später tobte ich mich dann viele Jahre in den Naturwissenschaften aus, um meine schriftlich-sprachlichen Fähigkeiten zu trainieren, aber das war dann eben auch sehr fachspezifisch.
Mein erstes Gedicht schrieb ich schließlich 1987 - ach nein, das stimmt nicht ganz. Ich habe noch ein oder zwei Gedichte irgendwann in den Jugendjahren unterschlagen, die sich allerdings auch nicht mehr auffinden lassen.

Anlässlich eines Zen-Sesshins schrieb ich:

Mai 1987

Der Duft der Kirschblüte im Wind
durchdringt die Kleider.
Klang der Glocke im Morgengrauen.

sowie:

Sesshin

Nichts ist geblieben
von dem sanften Plätschern des Baches.
Die Haltung des Buddha —
ein reißender Strom.
Tausend kleine Teufel,
Narretei von Körper und Geist.

Gestreckter Rücken,
Glatzköpfe in schwarzem Gewand.
Brennende Knie.
Zweifel – Angst!
Fliehen – Wohin?
Klang der Glocke im Morgenwind.

Wellen der Ungeduld
sitze ich auf dem Kissen.
Stille. –
Truthahn und Pfau am Morgen
scheinen zu lachen.
Soeben noch erblüht,
fällt leise die Kirschblüte
im Wind.

In den folgenden Jahren kamen dann mehr und mehr Gedichte zu mir, bis ich jedoch die ersten Kurzgeschichten und Erzählungen schrieb, dazu sollten noch eine Reihe von Jahren vergehen.
Dazu dann mehr ein anderes Mal.