Vexierbild

"Vexierbild" schreibt über sich:

Na, was soll ich schon über mich schreiben, wenn ich mich selbst nicht von außen sehen kann: Die einen sagen ich wäre so, die anderen sagen, ich wäre ganz anders. Wie also bin ich wirklich? 43 Jahre, immerhin scheint das festzustehen –oder besser nicht, denn auch das ändert sich ja laufend!
Ich hasse Gewalt in jedweder Form (das habe ich mit „Cassandra“ gemein) und bin ein Feind von Ellenbogenmentalität.
Ich lese ganz gerne, spiele Gitarre und Mundharmonika, liebe die Natur und verbringe meine Zeit in einer vierköpfigen Familie, woraus folgt, dass für meine beschriebenen Hobbies wenig Zeit bleibt, denn arbeiten gehe ich auch noch! Und es gäbe auch sonst noch so viel zu tun! Es läuft soviel schief in unserem Land! Und woanders erst recht! Von Arbeitslosigkeit über Bush bis Zuvielschundimfernsehen.
Gedichte schreibe ich erst seit kurzer Zeit, wenn man mal von meiner frühen Spaßlyrik auf meiner Arbeitsstelle und Familienjubiläumslyrik absieht.
Ich habe festgestellt, dass man mit Gedichten auch Menschen sogar zu Tränen rühren kann!
Wenn Euch meine Gedichte gefallen, könnt Ihr mir ja eine mail schicken. Wenn Sie Euch nicht gefallen, natürlich auch! Oder auch nicht.
NETte Grüße an Euch liebe Leser!

eMail: vexierbild@gmx.de

Alle Rechte beim Autor

Eis

Du bist so weit entrückt
so fern wie nie zuvor
so starr wie Wasser das gefror
und gehst so halb gebückt

Wie kann ich es verstehn
mit wem Du so kommunizierst
warum du hilflos so gefrierst
dass jeder Blick vorbei muß gehen

Den Schlüssel zu dem Dornenschloß
verlor ich irgendwann
such nach der Kraft die ich als Mann
verspürt in deinem warmen Schoß

Bist Du in Höhen oder Tiefen
muß fliegen ich, in Höhlen suchen
dich kosen oder dich verfluchen
nenn' mir die Geister, die dich riefen!

Sirius

Wie Sirius am Himmelszelt
so unerreichbar fern
so finde ich die Liebe nicht
bei der, die ich hab' gern.

Doch leb' ich meinen Schmerz und denk'
an die, die ich so lieb'
und gieß' ein Glas mir darauf ein
und dank', dass es sie gibt!

Steppenreiter

Verblüht ist schon der weiße Flieder
und doch klingen tausend Lieder
durch und durch in mir
Liebeslieder, sanfte, tolle
ruhelose, sorgenvolle
Du fehlst mir so jetzt hier!

Dich berühren - Himmelswonne
Dein Gesicht - die Strahlensonne
trägt die Glut zu mir.
Deine Augen Meerleuchtfeuer
Dein Mund verlockend Abenteuer
Du fehlst mir so jetzt hier!

Mein Königreich im Meer versunken
Mann und Magd und Tier ertrunken
am Grunde schlafen wir.
Weit oben seh' ein Licht ich schimmern
Ist es Dein fernes Augenglimmern?
Du fehlst mir so jetzt hier!

Ich fliege schnell als wilder Reiter
durch die Steppe weit und weiter
Sirius voran.
Das ferne Ziel bleibt immer ferne
verblassen seh' ich alle Sterne
weil ich Dich nie erreichen kann.

Sternenliebe

Blick auf: Siehst Du die Sterne?
Sie sind für uns gemacht!
Blick in mein Antlitz, schau: Ich hab Dich gerne
Und halt den Atem an; der Mond scheint matt.

In diesem sanften Lichte wollen wir uns lieben,
Nur die Plejaden schau'n uns zu:
Zwei Sterneschnuppen, die durch das Weltall stieben
Und selbst sich ihren Wunsch erfüllen: Ich und Du.

Ein Satellit zieht einsam seine Bahn
Und küsst Orion mitten auf den Mund.
Venus holt Mars in ihren Kahn
Die Augen schließt der große Hund.

Wunschträume

Das Eis bringe ich zum Schmelzen
Die Nacht mache ich zum Tag,
Vielleicht bring' ich Dein Lächeln zum Erkennen
Das auch ich es bin den es mag.

Wir können zueinander nicht kommen
weil zu tief das Wasser wär?
Ich tränke den Ozean aus
Und trüge dich zu mir her.

Du stehst auf einer Insel
in der Mitte von reißendem Strom?
Ich bau Dir eine Brücke aus Sehnsucht
Und aus Verlangen einen gläsernen Dom.

Ich würde die Erde umrunden
Auch wenn ich taub und stumm und blind.
Ich würde so lange suchen
Bis ich die Tür zum Paradiesgarten find.

Ich würde den Berg abtragen
Mit bloßen Händen sogar,
Wenn drunter läg' Dein Herzenschlüssel.
Den Meinen hast Du ja.

Das Eis bringe ich zum Schmelzen
Die Nacht mache ich zum Tag,
doch wie kann ich es nur vollbringen
dass Dein Herz mich wirklich mag?

Ich würde mich zu Dir kämpfen
Durch durch Regen, Sturm und Gischt
In unendlichen Tiefen verschwinden
Wenn Du sagst: Ich liebe Dich nicht.

Zeitläufe

Schau in mein Gesicht und Du siehst die Zeit,
Erinnere Dich der Tage, die uns glücklich machten,
der alten Geschichten vom Leben, Lieben, Leid,
und wie wir die Macht der Zeitläufte auslachten!

Doch die Liebe trägt Kleider aus dunklerem Flor,
liebende Laute dringen kaum uns noch ans Ohr.
Sollen wir so weiter durch's Leben geh'n ?
Laß' uns die Segel raffen und das Ruder drehn!

Grünes Meeresleuchten war in meinen Augen
das Gefühl des Festlands in Deinen zu sehn.
Einen Augenblick nur brauchte es, ein ganz kurzes Streifen
und schon war es um uns ganz und gar geschehn.

Du zogst die Segel hoch nach Kreuzfahrten des Lebens,
bei mir war's der Stapellauf eines Ozeankahns.
Uns umpeitschten Wellenberge meeresgewaltig
wir fühlten die Urkraft eines Orkans.

Du warst die Erste und mein sicherer Hafen
Du warst die Mole, an der ich mich vertäut.
Auch wenn das Hafenbecken liegt nun tief versandet
ich hab den Ankerplatz wirklich niemals bereut.

Zerschlag den Kompaß, verbrenn' alle Karten
und wirf Logbuch und Ballast weit über Bord
wir stechen in See anstatt noch drauf zu warten
dass wir vergammeln im alten Hafenort!