Sabine B.

Sabine B. stellt sich vor:

An einem sonnigen Augustmorgen 1964 atmete ich zum allerersten Mal die Luft dieser Erde ... Nach langen - im heimatlichen Saarland verbrachten - Jahren wandte ich der vertrauten Umgebung 1982 aus vielerlei Gründen den Rücken zu und wurzelte in Bonn am Rhein an. Hier bin ich bis heute geblieben. Seither erlebe ich viele schöne und glückliche Augenblicke - davon nun schon eine Zeit lang zusammen mit meinem wunderbaren Mann und unserer ebenso wunderbaren kleinen Tochter. In Mußestunden begebe ich mich besonders gerne in die Natur, am liebsten mit Photoapparat, um das Geschehen um mich herum "einzufangen", und Momente der Stille nutze ich hin und wieder, um Gedichte und Haiku aufzuschreiben ...

eMail: SJ-Balzer@t-online.de
Homepage: wortgetreu

Alle Rechte bei der Autorin.

Unendliche Weite

Wie eine Sternschnuppe
tauchtest Du auf:
faszinierend und hell.
Gefangen in Sehnsucht
Dich zu halten
verglühtest Du
der scheinbar momentelang
zum Greifen nah
vor meinen Augen,
die fassungslos
das Geschehene begriffen.

Verzweifelt im Bann
des Glanzes am Firmament
erkannte ich plötzlich
die unendliche Weite
zwischen Dir und mir -
die unüberwindbar.

Eintauchen in Vergangenes

Mit geschlossenen Augen
tauche ich ein in Vergangenes
und erkenne Dich vor mir
in der besagten Nacht.

Sehe Dein Lächeln
das mich verzauberte.

Höre Deine Stimme
die sachte zu mir sprach.

Fühle Deine Hände
die sanft mich berührten.

Spüre Deine Lippen
die zittrig den meinigen begegneten.

In dieser Nacht siegte die Vernunft
über die Herzen.

Verließ Dich mit Stärke
obwohl ich Schwäche mir wünschte.

Heute
da weit Du entfernt
schmerzt der Gedanke an Dich
und macht mich schwach.

Heute da weit Du entfernt
wünsche ich mir Stärke -
wie in dieser Nacht -
die ertragen mich lässt
das Eintauchen in Vergangenes
mit geschlossenen Augen.

Lebenstanz

Durch Herbstsonne
goldgelb getünchtes Blatt
lass Dich los,
lass Dich fallen!

Gib' Dich hin der Aufforderung
des Windes,
der Dich führt
zum letzten Tanz
Deines Lebens.

Einige Haiku

Klirrende Kälte,
Rose im frostweißen Kleid,
vorüber ihr Glanz.

***

Eisregen glättet,
Straße und Platz verlassen,
unmöglich ein Schritt.

***

Bäume geschlagen,
Wurmgänge sind bloßgestellt,
stapelweise Holz.

***

Kunstvoll gesponnen,
Insekten fallen herein,
Tod bringendes Netz.

***

Keine Welle schlägt,
windstill, fast eisflächenglatt.
Der See zeigt Tiefe.

***

Winterzeit flüchtet.
Grün vertreibt Braun gnadenlos.
Sehnsucht nach Wärme.

***

Gesicht zur Sonne,
am Baum gelehnter Rücken:
Moment der Stille.

***

Amselschnabel zerrt.
Regenwurm lässt sein Leben.
Nestbrut wächst heran.

***

Grün wirkt dominant,
lüsternd das Vogelpfeifen –
stimmungsvoller Wald

***

Dem Wind verfallen
flügellos den Wolken nah
Drachen steigt und ... stürzt

***

Knospen - prall gefüllt -
der Sonne Zauber beschwört
Kirschblüten - reinweiß

***

Der Himmel stürzt ein
Blitze flackern im Nachtschwarz
Glanzleistung auf Zeit