Rolf Ihmels

Rolf Ihmels schreibt über sich:

Ich wurde im Jahre 1955 in Osnabrück geboren. Ich bin Familienvater, freier Autor und - neben meiner Tätigkeit als Geschäftsführer in der Modebranche - Mitinhaber des in Osnabrück ansässigen und von Frau Ekkart geleiteten gleichnamigen Verlages. Ich schreibe, weil ich in mir ein Paradies fühle, das ich gerne nach draußen tragen möchte. In meinen Texten, die aus der Praxis der selbstgelebten Erfahrungen ihre Tiefe erhalten, versuche ich meine große Liebe zum Menschen, zur Natur und zur Freiheit auszudrücken. Mein Hauptanliegen ist es, Einheit zwischen den Menschen zu schaffen, zur Versöhnung mit der Natur und dem Glauben an die Liebe der Schöpfung beizutragen.

Mehr Infos zu den Veröffentlichungen von Rolf auf der Homepage des Ekkart-Verlages
eMail: ev@ekkart-verlag.de
Homepage: www.ekkart-verlag.de

Alle Rechte beim Autor

Vom Leid ein Autor zu werden

Ein Autor ist ein Mann der sich,
von Innen raus veröffentlicht,
denn nur dann wenn die Offenheit
nach draußen dringt, ist er befreit.

Doch sie die „wirklichen“ Autoren,
sie haben dafür keine Ohren,
denn sie, sie haben einen Turm,
und schauen herab, auf ihn - den Wurm.

So ist der Autor leider keiner,
und die Autoren sagen,
leider kann er ja gar kein Autor sein
und er darf den Turm nicht rein.

So sind die „wirklichen“ Autoren,
sich selber nur genug – verloren
ist er der sich veröffentlicht,
denn offen sein, das wollen sie nicht.

Und so ergeht es jedem Neuen,
ich höre schon ihr spitzes Freuen,
„Hat er schon irgendwas verlegt?“
„Nein, hat er nicht!“ – schon abgesägt.

Ach, all die Blätter gehen verloren,
die inhaltsvoll das Licht vermehren,
wenn sie die „wirklichen“ Autoren,
den Nachwuchs nicht im Keime ehren.

Ich hatte einmal einen Traum

Ich hatte einmal einen Traum
und träumte mal, ich wär’ ein Baum,
der Baum war groß und alt, und stark,
in seinen Wurzeln Weisheit lag.

Nun bin ich dabei mich zu treiben
und denke häufig, kann nicht bleiben -
dort wo ich stand, die Welt vergessen,
wenn ich das tu, fängt’s an zu fressen
an mir, und Fäule kriecht dorthin,
die Blätter sterben, mir der Sinn.

Ich bin kein Baum, doch Wurzeln hab ich,
kann mich bewegen und auch reden,
kann schreiben, denken, hoffen, fühlen,
kann mich durch alle Schrecknis wühlen,

erleiden Schmerzen, die vergessen,
und mich mit anderem Denken messen,
und kann verändern was ich war,
bevor ich mich durch ihn gebar,

und richte mich dann, - Schluß der Last,
weit aufrecht hoch, verlier die Hast,

denn meine tiefen Wurzeln treiben
mir neue Kraft zu, brauch nicht reiben

und mich zerstören, selbst verirren,
brauch nicht nach neuen Kräften gieren,
denn so wie jedem Baum das Licht,
gibt Gott mir Kraft, ich wußt’s nur nicht.

Solang ich einen Schatten werfe

Solang ich einen Schatten werfe,
ist Gottes Licht über dem Haupt,
und die Konturen, die ich schärfe,
sie sind das was mein Handeln baut.

Der Schatten selbst bleibt immer gleich,
gezeichnet nur ist das Profil,
und so sind wir im Gottes Reich,
des Wirken eigenes reiches Ziel.

Wahrheit ist umringt vom Wollen

Falsche Träume halber Wahrheit
sind ein Baum, der ohne Laub,
trocken, niederliegend, durstend,
sind sie sich nur selbst geraubt.

Echte Träume ganzer Wahrheit
sind Bewußtsein aus dem Raum,
aller Liebe, Hoffnung, Güte,
nähren den Erkenntnisbaum.

Alle Wahrheit wächst auf ihm,
alle Wünsche werden wahr,
Bäume jedoch wachsen langsam,
Zeit bedingt dies, wunderbar

sind die Wesen, die sich trollen
und den Reigen gerne tanzen,
Wahrheit ist umringt vom Wollen,
nur in ihm kannst Du sie pflanzen.

Das Orchester

Die Amsel, ja sie spielt die Flöte,
der graue Wolf das Bariton,
so mancher Esel spielt die Tröte,
und Fische blasen’s Saxophon.

Die Blätter rascheln wie die Snare,
der Regen tropft den klaren Schlag.
Der Pinguin klatscht - bitte mehr,
der Wind verteilt’s wie er es mag.

So viele im Orchester sitzen,
wie ungezählt sie alle spielen,
ganz tief entspannt, sahst Du sie schwitzen
und neidisch nach dem anderen schielen?

Der ganze wunder Erdenball,
er spielt ein Lieb mit Wiederhall,
niemand den Einsatz je verpennt -
wer, wo und was ist Dirigent?

Gebe dir nur eine Stunde

Gebe dir nur eine Stunde
und ein kleines bißchen Glück,
setze dich in deine Runde,
dicht - und sei der Angst entrückt.

Öffne dann ein weites Fenster
in dem Selbst der Seeligkeit,
und es fliegen die Gespenster,
fort - und alles ist in dir bereit.

Schließe dann der Seele Augen,
lass es ruh’n in dir ganz tief,
und Du wirst dir selber glauben,
hören was schon immer rief.

Gehe dann hinfort, kehr wieder,
bringe die Erfahrung mit,
und Du singst dann selber Lieder,
hältst die Liebe - Schritt für Schritt.

Öffne dann auch deine Ohren
und bekenne deinen Klang,
bist in dir dann selbst geboren,
länger als ein Leben lang.

Gefühle

Gefühle sind der Quantensprung,
die Sonne regt es an,
der Tanz des Kosmos hält uns jung,
erstarken kann der Stamm.

Von Gott erregt, pulsieren wir
und ordnen gute Taten,
und schlechtes auch,
doch immerdar ist Gottes eigener Garten.

Solange sie’s bescheinen mag,
Gesetze sind enthalten
in jedem kleinen Augenblick,
Du mußt es nur entfalten.

... und erfühlt wie Es dich liebt

Stille, nur die Vögel sprechen leis,
der Wille und das Tun sie sind verreist,
zu genießen und zu schauen,
wie die Pflanzen alle sprießen,
und die Tiere Nester bauen,
will sich in das Herz mir gießen.

Wie das Licht sich selber sonnt,
Antwort gibt in jedem Blatt,
es uns seltsam überkommt,
wenn man eine Stunde hat,

die man selbst für sich alleine,
und in dem lebendigen Traum,
nimmt und seine eigenen Beine,
senkt, so wie ein stiller Baum.

Und im Walde steht und atmet,
und sich in sein Herz begibt,
und ganz leise, still dann wartet,
und erfühlt, wie Es dich liebt.

... uns endlich eingestehen

Geduckt am Boden, unter Waldes Blättern,
da hockt ein Farn und strahlt, wie eine Sonne aus,
der Mitte selbst - er seine Triebe malt,
in seiner Schönheit selbst - ein Gotteshaus.

Gefiedert hat er seine Blätter,
so dass der Wind sich mag darin zu kämmen,
und er bekennt sich zu sich selbst, bei Wind und Wetter,
er braucht sich nicht beim eigenen Namen nennen.

Wir wissen wie er heißt, wir gaben uns das Recht,
zu sagen - ja, ein Farn ist er, so können wir erklären,
woher er kommt, wohin er geht, doch ist es echt?,
wir wissen vieles, doch - wir können ihn nicht ernähren.

So hockt er da, im sanften Licht,
und gibt uns Leben, dadurch das er lebt,
wie wir ihn sehen, mit welcher Sicht,
entscheidet nur, was uns im Herzen bebt.

Ob wir es fühlen, welche Wunder,
in ihm, mit ihm, mit uns geschehen,
und all den selbst erschaffenen Geistesplunder,
der oft das Recht zu leben nimmt,
uns endlich eingestehen.