Lichtrebell

Lichtrebell schreibt über sich:

Eine Selbstdarstellung soll hier stehen. Doch gibt es nicht genügend Selbstdarsteller? Wäre ich weise, ich würde spätestens hier schweigen.
Doch die Frage nach dem *Wer bin ich* erscheint mir als eine der wichtigsten, denn nur sie führt hinter Illusionen. Doch ist es für andere wichtig, zu wissen, wer ich bin? Ich glaube nicht, denn nur die Selbsterkenntnis ist, die zählt. Ich bin, der ich war, der ich bin, der ich sein werde . Ich bin. Ein wichtiges Individuum - doch alleine kann ich nichts vollbringen , bilde ich doch nur eine kleine Note in einer wundervollen Symphonie. Erst alle Noten zusammen ergeben das Werk in ganzem Glanze. Fehlt eine Note, fehlt es an Harmonie. Doch der Glaube allein, eine wichtige Note zu sein, hilft nicht weiter, so sie nicht gespielt wird . Erst die Erkenntnis darum und ein Erklingen gespielt mit Liebe und in Gemeinschaft unzähliger anderer Noten lassen das Werk erstrahlen in vollem Glanz ...

eMail: lichtrebell@gmx.de

Alle Rechte beim Autor

Der Traum von Freiheit und Liebe

Endlich hatte es der kleine Lockenkopf geschafft. Quicklebendig und flink, wie kleine Jungen das manchmal so sind, hüpfte er die Stufen runter, schnappte sich sein Fahrrad und radelte davon. Dahin, wo sich sonst nur Fuchs und Hase Gute Nacht sagen - wo niemand ihn mehr ärgern würde. Eine lichte Wiese war der Reise Ziele, umgeben von Bäumen und Sträuchern, von Farnen und Gräsern, die teils größer waren als er selbst. Noch während er sich setzte und den Bäumen all seinen Kummer klagte, erschien ein kleiner possierlich dreinblickender Fuchs.‚Na wer bist Du denn’ , fragte der kleine Lockenkopf und mit aller Natürlichkeit antwortete ihm der rote Geselle ‚Ich bin´s - Fuchs’. Und wie kleine Kinder so sind, mit Neugier und Entdeckerlust im Herzen, betrachtete der kleine Kerl den anderen noch viel kleineren, packte ihn an den Ohren, zerrte und knuffte daran, spielte mit dem buschigen Schanz und schließlich überkam es ihn und er nahm den Fuchs in den Arm. Die Tränen rannen über sein Gesicht und das eine Herz schien mit dem anderen im Takte zu schlagen, verschmolzen zu einem. Der rote Geselle er wehrte sich nicht, nein er schmiegte sich an, wedelte mit dem Schwanz die vielen kleinen Wassertropfen vom Gesicht, die wie Diamanten in der Sonne funkelten und tollte schließlich mit dem Kinde herum. Sie kugelten die Wiese entlang, keine Klette, keine Brennnessel nichts mochte sie stoppen. ‚Dich nehme ich mit’ dachte der Junge, doch dann fiel ihm der Vater ein, der ihm zürnen würde und der kostbare Augenblick des Vergessens und Selbstseins wich der Angst. Der Fuchs aber sprach : ‚Fürchte Dich nicht, denn ich werde Dein Freund sein. Immer bin ich da, auch wenn Du mich nicht sehen vermagst, so bin ich doch bei Dir. Denke an mich, weine, schreie, schweige meinen Namen und vergiss nie diesen so schönen Augenblick. Vertraue mir. ’Und der Junge, so klein er auch war, er begriff, was ihm gesagt wurde, denn sein Herz war beseelt voll Glück und Liebe. Er ließ sich fallen und beobachtete die Lerche, welche sich immer höher schwang und er saß auf derselbigen und schwebte empor. Doch dann wich das Himmelsblau dem Grün des Grases und eines Grashüpfers gleich erschaute der Junge die Welt . Doch der Halm, auf dem er noch eben gesessen, ward er selbst und die Libelle, die durch die Luft schwirrte, lies ihn im Windzug sich wiegen. Eins war er, eins mit der Natur, den er war die Natur und die Natur in ihm. Noch während ihm die Sonnenstrahlen listig an der Nase kitzelten, schlief er zum ersten Mal im Leben mit einem glücklichen Lächeln ein .Der ferne Klang einer Sirene entriss ihm seinem Reiche, in welches er entfliehen und all die wunderschönen Dingen sehen konnte, die kein Aug auf Erden je erblickte. Die Angst ergriff ihn. Was würden wohl die Eltern sagen, wenn er zu spät heim kommen würde? Noch während er sich auf sein Rad schwang, suchte er den Fuchs, doch er suchte ihn vergebens und sollte ihn auch erst sehr viel später wiederfinden. Der Vater, der erboste, erwartete ihn schon zuhause und die Mutter sie schwieg , so wie sie immer schwieg und stumm zusah. Und nur der schöne Augenblick in seinem Herzen verhalf ihm über die Schmerzen hinweg. Doch was hatte er verbrochen? Die Eltern sagten, der Fuchs wäre böse und er selber noch viel böser, denn er hatte die Warnungen nicht hören wollen und war an die Stelle gefahren, die ihm doch verboten worden war. Wie konnte dieser liebe und drollige Fuchs, der ihm zum ersten Mal in seinem Leben hatte glücklich sein und Liebe spüren lassen, denn böse sein? Aber es sollte noch viel schlimmer kommen: Sonntags , da nahm ihn der Vater mit in ein großes Haus, welches so kalt und angsteinflößend war. Die Leute dort waren ganz ernst, einige trugen gar schwarze Gewänder. Monotones Gemurmel und seltsame Klänge ließen den Jungen erschaudern. Warum musste er mit? Was sollte er hier? Er würde doch viel lieber spielen gehen, auf der Wiese herumtollen und den lieben Fuchs wiedertreffen. Doch der Vater ermahnte ihn: ‚Sitz stille und höre zu, auf dass Du von den bösen Geistern, die in Dir wohnen, befreit wirst.’ Doch der kleine Junge verstand die Welt nicht mehr. Auch die Tränen halfen nichts, doch es sollte erst der Anfang gewesen sein. Lange würde es dauern, wieder an den Ort zurückkehren zu dürfen, wo er sich frei und lebendig gefühlt hatte. Er wurde getrennt von allem, was ihn in Liebe verbunden hatte. Doch wann immer die Last für ihn zu groß wurde, gedachte er des kleinen Fuchses und träumte den Traum von Freiheit und Liebe...