Georg Huber

Georg Huber stellt sich vor:

mit seinen Gedichten

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Grenzwelten

Zwischen Todesleere und Nichts
da sah ich einen Schimmer des Lichts,
nur ich allein war´s der dies´ sah,
scheinbar nicht da und doch ganz nah.

Zwischen Starre und endlosem Fall
da hörte ich einen leisen Hall,
nur ich allein den Klang vernahm,
der jenseits von der Stille kam.

Zwischen Qualen und Nichts-Mehr-Spür´n
da fühlte ich ein sanftes Berühr´n,
nur ich allein hab´ dies´ gefühlt,
kaum spürbar, doch auf mich gezielt.

Zwischen Vergehen und Grabesgruft
da roch ich einen lieblichen Duft,
nur ich allein war´s der dies´ roch,
gar nicht vorhanden – oder doch.

Zwischen Verzweiflung und Höllenschlund
kam mir ein famoser Geschmack in den Mund,
nur ich allein hab´ dies´ geschmeckt,
allüberall, doch unentdeckt.

Gott in uns !?

Herr, mein Gott in mir, erwache
und mach´ mich von Deiner Größe voll,
bis daß ich das Schicksal verlache,
und treibt es das Leben auch noch so toll.

Herr, öffne mir all´ meine Sinne,
auf daß ich Dein ganzes Sein erfaß´,
in dir meine Werke beginne
und Dich Herr nur durch mich wirken laß´.

Herr gib, dass ich Dich nur verehre
in Dir meines Daseins Zentrum seh´,
und Einssein mit Dir nur begehre
solang ich durch dieses Leben geh´.

Herr mach´, dass ich Dir nur lebe
nach Weisheit und Allerkenntnis tracht´,
Vollendung in Dir nur erstrebe,
das höchste Werk hab´ ich dann vollbracht.

Herr, Liebster, mich musst Du erwecken,
Du bist doch schon ewiglich wach in mir,
ich muß Dich in mir nur entdecken
und meine Wesenseinheit mit Dir.

Dann wird nichts hier mich berühren,
und eingeh´n werd´ ich in Deine Ruh´,
dann weis ich Du Herr wirst mich führen,
Friede in mir ist dann immerzu.

Über den Umgang mit sich selbst

Sei sanft stehts zu Dir,
Du brauchst Dich noch länger,
und sei Dir auch hier
kein Richter, gestrenger.

Tu´ nichts Dir, was quält,
Du musst nichts beweisen,
nicht der laute Ton zählt,
es zählen die leisen.

Dir selber sei Freund,
hab´ selber dich gern,
wenn du dir vereint
wird nichts dich hier scher´n.

Will von anderen nicht
was du selber nicht gibst,
schau dir ins Gesicht –
so-, dass du es liebst.

Weißt du, wieviel Menschlein fressen ?

(in Anlehnung an das Lied:Weißt du, wieviel Sternlein stehen?)

Weißt du, wieviel Menschlein fressen
diese kleine Erde kahl?
Wieviel´ plündern wie besessen
und zerstören sie total?

Gott, der Herr, kann sie nicht zählen,
alle die die Erde quälen,
unter´m weiten Himmelszelt,
unter´m weiten...

Weißt du die Bevölk´rungszahlen
wenn das Wachstum explodiert?
Zähl´ den Tod an Hungerqualen
wenn sie zeugen ungeniert!

Gott, der Herr, kann es nicht wollen,
daß die Welt sie überrollen,
ganz bis hin zum Firmament,
ganz bis hin...

Weißt du, wieviel Gelder fließen
in den großen Rüstungswahn?
Weißt du, wieviel´ sie erschießen
in den Kriegen irgendwann?

Gott, der Herr, weiß nicht von allen,
die in den Gemetzeln fallen,
in dem großen Infernal,
in dem großen...

Die Krone der Schöpfung

Was wär´ wohl, wenn der Mensch verschwände
und trotzdem die Welt noch stände?

Ob dann dem Erdball etwas fehlt,
wenn Menschengeist ihn nicht beseelt?
Ob das Chaos dann entstünde,
Rückfall gar in Urzeitgründe?
Geht dann per Zwang nicht alles hin,
wenn Ordnung fehlt nach Menschensinn?

Ich sag´, die Schöpfung käm´ gut ohne
den Menschen aus als ihre Krone!

Was also tut´s, -da nichts passiert-,
wenn er sich selbst eliminiert?!
Das die Natur sich frei nun reckt
wär´ wohl der einzige Effekt.

Deutsche Kapitalhymne

(diese Verse stehen mit einem Fuß im Gefängnis)

Deutschland, Deutschland, übel alles,
übel alles geht ums Geld,
Eigenschutz und Eigennutze
Kapital zusammenhält,
von der E-ON bis zu Daimler
Hoechst zu Siemens sich gesellt.
Deutschland, Deutschland, übel alles,
übel alles geht ums Geld.

Deutsche Chemie, deutsche Panzer,
deutscher Kernstrom, Deutsche Bank,
sollen in der Welt behalten
ihren alten Mief-Gestank,
ewig deutsch-gespenstisch geistern
und die Kassen niemals blank.
Deutsche Chemie, deutsche Panzer,
deutscher Kernstrom, Deutsche Bank.

Staatszuschuß und Steuerfreiheit
für das deutsche Konzernland !
Danach laßt uns Bonzen streben
ohne Skrupel, ohne Schand´ !
Staatszuschuß und Steuerfreiheit
sind des Profits Unterpfand.
Blüh im Glanze deines Geldes,
blühe deutsches Konzernland !

Der Mister Scheiß-Wichtig

(Von Yupies und Newcomern)
(Reihenfolge beliebig)

Aktentasche, - Aktentasche,
was schleppt dich für eine Flasche,
will mit großer Weltmanns-Masche
viele Dollars machen, rasche.

Kragenschleife, Kragenschleife,
was würgst du für eine Pfeife,
Schniegel, Deo, Moschusseife...
riecht doch nirgendwo nach Reife.

Mode-Binder, Mode-Binder,
was verschnürt dich für ein Blinder,
Outfit-Trend ist halbe Miete,
Kleider wandeln jede Niete.

PC-Laptop, PC-Laptop,
was behackt dich für ein Flop,
will mit riesen Datenfluten
seine Karriere booten.

Mobil-Handy, Mobil-Handy,
was funkt dich für ein Blöd-Mandy,
hält sich mit seinem Dummgeschwatze
für den ersten Hirsch am Platze.

Porsche-Flitzer, Porsche-Flitzer,
was düst dich für ein Rückbanksitzer,
setzt gleich mit deiner Schnelligkeit
im Kopfe seine Helligkeit.

Tatoo, Piercing, Gold-Haar-Locke,
was schmückt ihr für´ne doofe Socke,
auf dem Kopf brennt´s lichterloh
und darunter nichts als Stroh.

Direktorstuhl, Direktorstuhl,
was bepfurzt dich für ne Null
focht mit Ellenbogenspitze
nur für seinen Alterssitze.

da Bam

( dieses ist mein „Lebens – Lied“ )
( gedacht als Lied/mit bestimmter Melodievorstellung )

Es steht ganz fest und staad
da Bam,
da Wind wenn no so waaht
rührt´sn kam,
im Winta koa schwara Schnee
druck´n zam,
wachst jed´s Jahr weita in d´Höh´
da Bam.

Da Bam, der stark sei kon
mecht i sei,
mecht Wurz´ln ham in Bon
ganz tiaf nei,
mecht mi mit Laub bedecka
gria und fei´,
und bis in Himmi recka
schaugat nei.

So wia da Bam de Luft
um sich klärt,
bis´s – a wenn´s no so mufft-
sauba werd,
mecht i bei mir oin Dreck
aussig´kehrt,
frei, sicha, fest geh mein Weg
unbeschwert.

Und wenn da Bam amoi
nimma kon,
vom Giftzeug überoi
und Beton,
vom Blei und Cadmium
saura Bo´n;
ganz langsam bringt man´ um
Gott verschon´.

So mecht a i moi leb´n
nimmermehr,
wenn i von Haß umgeb´n
immermehr,
wenn d´Dummheit triumpfiert
um mi her,
und d´Foischheit oiss regiert
wia a G´schwer.

Vürnehm, Vürnehm

(als G´sanzl)

Gar mancha oida Stinke
an feina Pinke,
tuat Wunda was er wär´-
doch huift´s nix: Bär bleibt Bär!

Gar manche schiache Henna
hoit si für die Schöna,
buid´t si oiss ei auf ihr G´fries
doch huift´s nix: Biß´ bleibt Biß´!

Gar manches Ekel-Schwein
tuat ganz b´sondes fein,
stört sich an jedem Schoaß-
doch huift´s nix: Loaß bleibt Loaß!

Gar manche z´widre Schachtl
hoit blos no zamm´ da Spachtl,
von Weitem:“Mann,was für ´ne Frau!“
von nah betrachtet: Sau bleibt Sau!

Gar manche Uralt-Rutsch´n
tuat gern was Jüng´res knutsch´n,
sauscharf geht sie heran ganz forsch-
doch huift´s nix: Morsch bleibt morsch!

Mit Sitten ungebügelt
tuat vornehm und gestriegelt
gar mancher täuschen ungemein-
doch huift´s nix: Schein bleibt Schein